Street Food Festival Köln: Lohnt sich das?

Street Food Festival-Banner

Ich weiß nicht, wie das bei Dir ist, aber in meinem Umfeld sind momentan alle auf dem Street-Food-Festival-Trip. Vor einigen Monaten fand das erste Street Food Festival Köln statt und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Vergangenes Wochenende habe ich nun endlich die Gelegenheit genutzt, das Festival auch einmal aufzusuchen, um zu sehen, was dahintersteckt und ob man es wirklich unbedingt erlebt haben muss. Das verregnete Wetter kam mir dabei ganz gelegen, denn auch so standen viele Leute Schlange und ich habe mir sagen lassen, dass es bei gutem Wetter wesentlich voller ist.

Street Food Festival Köln

Das Konzept

Solltest Du das Street Food Festival noch nicht kennen, hier ein paar Worte dazu, worum es eigentlich geht: Unterschiedliche Anbieter wie Foodtrucks, kleinere Catering-Unternehmen oder auch Pâtisserien kommen zusammen, um Street Food anzubieten. Dabei geht es weniger um die klassische Currywurst mit Pommes als vielmehr um hochwertiges, teilweise auch „ausgefalleneres“ Essen mit ausgewählten Zutaten. Auf dem Street Food Festival Köln findest Du z. B. handgemachte Hamburger, vegane Speisen, eriträisches Essen neben Fish & Chips oder auch Käsespätzle to go. Als Besucher kann man sich dann durch die diversen Angebote futtern bis nichts mehr reingeht oder der Geldbeutel leer ist und dabei seinen kulinarischen Horizont erweitern. So die Theorie. Und die Praxis?

Street Food Festival Köln

Die Location

Angefangen hat das Kölner Street Food Festival im Odonien, hat aber vor einiger Zeit ins Jack in the Box gewechselt. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltungshalle, in der auch Kunstausstellungen, Nachtflohmärkte u. ä. stattfinden. Zu der Halle gehört ein Außengelände, auf dem die diversen Foodtrucks und mobilen Imbissbuden in Ruhe brutzeln und frittieren können. Das Jack in the Box ist keine ausnehmend hübsche Location, dafür zweckdienlich und bei schönem Wetter kann man draußen nett auf großen Holzboxen sitzen. Bei Regen wird es allerdings einigermaßen matschig.

Das Essen

Mr. Reuben-Sandwich von j. kinski

Also falls Du mal die Gelegenheit hast, etwas von j. kinski zu essen: Unbedingt machen! j. kinski ist ein Catering-Betrieb aus dem thüringischen Magdala und hat beim Street Food Festival Köln unterschiedliche Sandwiches angeboten. Was Du auf dem Foto oben siehst, ist ein „Mr. Reuben“: superzartes Bio-Rindfleisch mit Cole Slaw, Russian Dressing und Sweet Relish in hausgemachtem Dinkelvollkornbrot. Das Bio-Rindfleisch und das Dinkelvollkornbrot hatten meine Aufmerksamkeit erregt, weswegen ich das Sandwich unbedingt probieren wollte. Dass es derart umwerfend schmecken würde, hatte ich allerdings nicht erwartet. Es war die perfekte Mischung aus süß-säuerlich, herzhaft, knackig und zart.

Surf & Turf Burger von Fish-Art

Mein Mann, der mich zum Street Food Festival begleitet hat, hat den Surf & Turf-Burger von Fish-Art probiert. Ich war überrascht, dass sogar Firmen mit Sitz in Kopenhagen nach Köln zum Street Food Festival kommen. Aber Fish-Art tourt offenbar munter durch Europa, warum also nicht auch nach Köln? Der Burger bestand aus einem Sauerteigbrötchen mit Rindfleisch, Käse, Whiskey-Zwiebeln, Scampi und Sour Cream. Ich durfte auch probieren und finde, dass er überraschend anders geschmeckt hat als er aussah. Rein äußerlich betrachtet, hätte ich mir die Whiskey-Zwiebeln dominanter und den Burger im Ganzen würziger vorgestellt. In der Realität hat die Sour Cream doch recht stark herausgeschmeckt. Das war trotzdem lecker, ich hätte es nur einfach anders erwartet. Ich war insgesamt nicht ganz so beeindruckt von dem Burger, was aber auch daran gelegen haben mag, dass ich immernoch ganz hin und weg von meinem Sandwich und obendrein pappsatt war.

Schwarzwälder Crêpe von Holy Crêpe

Für ein Dessert ist aber ja meistens noch ein bisschen Platz, also gab es zum Nachtisch Schwarzwälder Crêpe von Holy Crêpe aus Köln. Was ich toll fand, war die Idee, Schoko-Teig für die Crêpes zu verwenden. Simpel, aber gut. Auf die Schwarzwälder Variante kamen dann noch Nutella und superlecker eingelegte Rumkirschen, dazu Sahne, die ja zu einer Schwarzwälder Kirschtorte ebenfalls dazugehört. Insgesamt eine tolle Idee und eine leckere Kombination.

Macaron und Schoko-Tartelette

Zu guter Letzt haben wir noch etwas von der Pâtisserie Dehly & deSander probiert, die sowohl in der Bonner Innenstadt als auch in der Kölner Südstadt zu finden ist. Sowohl das kleine Schoko-Tartelette als auch das Himbeer-Macaron waren geschmacklich in Ordnung, aber leider nicht herausragend. Beides war süß, aber für meinen Geschmack zu wenig aromatisch. Weder die Schokoladenmasse des Tartelettes noch die Himbeercreme des Macarons haben sich ausreichend von der allgemeinen Süße abgegrenzt.

Das Fazit

Lohnt es sich nun, das Street Food Festival Köln zu besuchen oder nicht? Das war die Ausgangsfrage und die Antwort ist ein eindeutiges Jein. Ich denke, es kann lohnenswert sein, dort mal hinzugehen, aber es kommt sehr auf Deine Erwartungen und Deine Zielsetzung an. Wenn Du einfach nur gesammelt Speisen unterschiedlicher Anbieter aus verschiedenen kulinarischen Richtungen probieren möchtest und nicht zu den Menschen gehörst, für die Essen in erster Linie billig sein soll (soll es ja geben), bist Du beim Street Food Festival genau richtig. Damit will ich keinesfalls sagen, dass das Essen dort teuer ist. Das Sandwich von j. kinski beispielsweise hat 7 Euro gekostet. Für ein Sandwich ist das natürlich erst einmal relativ viel Geld, aber wenn man dann das Bio-Rindfleisch, das hausgemachte Brot und die anderen Zutaten aus eigener Herstellung bedenkt, finde ich den Preis vollkommen in Ordnung, zumal ich hinterher auch wirklich sehr satt war.

Street Food = Fast Food

Wann bis Du beim Street Food Festival falsch? Wenn du ruhiges Essen in angenehmer Atmosphäre erwartest. Egal wie hochwertig die Zutaten sind, Street Food ist am Ende immer noch Fast Food. Das heißt u. a.: Je nachdem draußen essen (was weder bei Regen und Kälte noch bei brütender Hitze und Menschenmassen angenehm ist), auch mal Schlange stehen und im Stehen essen, denn es gibt zwar auch Sitzgelegenheiten, aber die sind heiß begehrt. Wenn das alles für Dich in Ordnung ist, steht einem netten Mittag/Nachmittag/Abend auf dem Street Food Festival nichts im Weg − und sei es nur, um Dir Deine eigene Meinung zu bilden. Auf der zugehörigen Webseite findest Du alle Street Food Festivals mit den jeweiligen Terminen.

Ich selbst hatte weder mit dem Wetter noch mit dem Schlange stehen ein Problem. Zwar bin ich kein Fan davon, im Stehen zu essen, aber auch das wusste ich vorher und somit war das dann auch ok. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Kombination aus Fastfood und hochwertigen Zutaten doch nicht ganz einfach finde, weil ich denke, wenn doch so viel Qualität und Aufwand in dem Essen steckt, ist es doch eigentlich schade, wenn es dann „zwischen Tür und Angel“ ohne die gebührende Aufmerksamkeit verputzt wird, oder? Wie ist Deine Meinung dazu?

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