Das einzig wahre Fisch-Restaurant in Köln: ein Besuch im „Poisson“

Wolfsbarsch auf Linsen

Heute möchte ich Dir endlich von meinem Besuch im „Poisson“ erzählen. Ich war bereits kurz nach Weihnachten dort, aber gut Ding will ja manchmal Weile haben und so beschreibe ich Dir heute ausführlich, was es dort für grandiose Köstlichkeiten gibt, die Dir sicherlich auch schmecken, sofern Du grundsätzlich Fisch magst. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, dass am Nachbartisch eine Dame saß, die wohl nur zu Liebe ihres Austern essenden Mannes das „Poisson“ aufgesucht hatte, selbst aber keinen Fisch mochte. Dennoch fand auch sie im Kalbsbries etwas Fischfreies, was ihr offensichtlich geschmeckt hat.

Doch zurück zum Fisch, bzw. zum Restaurant: Das „Poisson“ verwendet grundsätzlich frische, saisonale und vorwiegend regionale Produkte, was mir prinzipiell schon sympathisch ist. Nach eigener Aussage handelt es sich bei den kulinarischen Kreationen um „kreative leichte Feinschmeckerküche“, was ich spontan bestätigen würde. Zweifelsohne ist das „Poisson“ eher im oberen Preissegment angesiedelt, dabei allerdings nicht so teuer, dass man es sich zu einem besonderen Anlass nicht dennoch einmal leisten könnte. Und die wechselnden Menüs sind − wie so oft − auch etwas günstiger als die Speisenwahl à la carte. Auch ich habe mich bei meinem Besuch für das Menü entschieden. Nach einem Gruß aus der Küche in Gestalt eines Thunfisch-Tatars folgte eine perfekt gegarte Jakobsmuschel inkl. Rogen als Vorspeise:

Jakobsmuschel mit Pilzen

Die Jakobsmuschel wurde auf wunderbar aromatischen Pilzen serviert, dazu gesellte sich ein lecker-cremiges Kartoffelpüree. Der Krustentierschaum drumherum war ebenfalls ein wahres Gedicht.

Überwältigende Linsen und perfekter Label-Rouge-Lachs

Als Zwischengericht gab es auf der Haut gebratenes Wolfsbarschfilet auf Linsen (zu sehen auf dem Bild ganz oben). Hier war ich besonders von den Linsen positiv überrascht: Der Wolfsbarsch war zweifelsohne wunderbar und genauso auf den Punkt gegart wie die Jakobsmuschel, aber bei den Linsen hatte ich im Vorfeld gedacht „Linsen? Hm… Joa, ok, warum nicht?“ und ich hätte nie im Leben gedacht, dass mich so etwas Einfaches wie Linsen derartig umhauen könnte! Die Linsen haben ganz hervorragend mit dem Wolfsbarsch harmoniert und hatten eine absolut perfekte Konsistenz – gar, aber immer noch bissfest. Und auch hier war die Soße dazu ein absoluter Traum.

Lachsfilet auf Fregola

Bis dahin war ich also schon rundum zufrieden und der eigentliche Hauptgang fügt sich ebenfalls perfekt in dieses Bild: Die Tranche vom Label-Rouge-Lachs auf kleinen italienischen bzw. sardischen Fregola-Nüdelchen und Gemüse war exakt im richtigen Moment auf dem Teller gelandet. Durchgegart, aber noch genau richtig ein ganz klein wenig glasig, wunderbar saftig und weit entfernt von trocken. Nach den beiden Gängen davor hat das zwar nicht mehr überrascht, aber geschmeckt hat es trotzdem einfach himmlisch.

Süßer Abschluss

Kommen wir nun in doppelter Hinsicht zum Abschluss: Sowohl zum baldigen Abschluss dieses Posts als auch zum Abschluss des Menüs. Letzterer bestand aus einer Joghurt-Schnitte mit weißem Schoko-Eis und hübscher, schokoladiger Dekoration. Im Gegensatz zu den vorherigen Gängen hat mich der Nachtisch nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Er hat gut geschmeckt, die Süße in den Einzelbestandteilen habe ich allerdings nicht als ausdifferenziert genug empfunden. Ich muss aber auch sagen, dass ich nicht des Desserts wegen das „Poisson“ aufgesucht habe, sondern wegen der Fisch-Gänge. Insofern finde ich es überhaupt nicht schlimm und absolut verzeihenswert (sofern es überhaupt etwas zu verzeihen gibt), dass der Nachtisch den anderen Gängen gegenüber etwas abfiel.

Dessertvariation

Fazit: Ein perfekter Abend

Alles in allem muss ich sagen, dass ich noch nirgendwo so gut zubereiteten Fisch gegessen habe wie im „Poisson“; die unterschiedlichen Fischstücke waren durchweg absolut perfekt auf den Punkt gegart und die Beilagen haben den Geschmack ganz wunderbar unterstrichen − von den umwerfenden Soßen und der liebevollen Komposition der Speisen auf den Tellern ganz zu schweigen. Die Weinauswahl war ebenfalls sehr gut und der Service… Hach, über den könnte ich glatt noch einen weiteren Post schreiben. Ich bin selten in einem Restaurant so zuvorkommend und aufmerksam und gleichzeitig angenehm zurückhaltend bedient worden. Der Service war also mindestens ein ebenso großer Traum wie das Essen, was den Besuch dieses Restaurants zu einem beeindruckenden Ereignis gemacht hat, das ich sehr gerne wiederholen möchte.

Mein Fazit kann also nur sein: Wenn Du Fisch magst und in Köln ein rundum schönes Abendessen genießen möchtest, solltest Du unbedingt einmal ins „Poisson“. In der Wolfsstrasse 6-14 ist es zentral gelegen und mit allen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. Und wenn Du dort warst: Schreib mir doch von Deiner Erfahrung! Mich interessiert, ob es Dir genauso gut geschmeckt hat wie mir und ob Du auch so begeistert von dem Service dort warst.

 

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