Das Experiment: Kann man Peanut Butter Chips ersetzen?

Mit US-amerikanischer Esskultur verbindet man hierzulande ja häufig Hamburger, Pommes und Co., wenn es um Süßigkeiten geht, vielleicht auch Cookies und Muffins. Eine interessante Errungenschaft der amerikanischen Küche bzw. der amerikanischen Lebensmittelindustrie sind die Peanut Butter Chips. Schoko-Chips, also kleine „Schoko-Tropfen“ durch die Du den Arbeitsschritt des Schokolade-Hackens sparst, kennst Du vermutlich spätestens seit den „Chocolate Chip Cookies“. Peanut Butter Chips sehen im Grunde genauso aus, schmecken aber nach Erdnussbutter und sind in Deutschland bislang nur als Importware erhältlich. Da kann es auch schonmal sein, dass eine Packung (ca. 280 g) 11 Euro kostet. Zum Glück hatte ich bei meinem letzten USA-Aufenthalt ein paar Packungen gekauft, aber da die sich auch nicht ewig halten, habe ich mich gefragt, ob man Peanut Butter Chips ersetzen kann. Also habe ich ein wenig im Internet gesucht und bin auf diesen Tipp gestoßen, wie sich Peanut Butter Chips selbst herstellen lassen.

Das Experiment

Selbstgemachte Peanut Butter Chips, Reese's Pieces und fertige Peanut Butter Chips

Das wollte ich selbst ausprobieren und habe daher beschlossen, Schoko-Erdnussbutter-Cookies zu backen. Ich dachte, um die Backeigenschaften und die geschmacklichen Unterschiede der drei Erdnussbutter-Varianten vergleichen zu können, eignen sich Cookies am besten. Ein Drittel des Teiges habe ich mit original Peanut Butter Chips gefüllt (auf dem Bild rechts), ein weiteres Drittel mit der selbstgemachten Version (links im Bild) und das letzte Teigdrittel habe ich Reese’s Pieces (oben) gemischt. Das sind „Erdnussbutter-Linsen“, also sowas wie Schokolinsen, aber statt der Schokolade ist eben Erdnussbutter drin. Die sind in Deutschland ebenfalls nur als Import erhältlich, aber im Gegensatz zu den Peanut Butter Chips muss ich sie nicht im Internet bestellen, sondern bekomme sie auch direkt in Köln im English Shop. Das Originalrezept für die Cookies („Chocolate Cookies with Peanut butter chips“) habe ich übrigens von two peas and their pod.

Vor dem Backen habe ich alle drei Varianten probiert. Die selbstgemachten Peanut Butter Chips lagen geschmacklich zwischen den gekauften und den Reese’s Pieces, aber näher an letzteren. Sie sind ziemlich süß und cremig und der Honig ist geschmacklich recht dominant. Die gekauften Peanut Butter Chips sind weniger süß und fester in der Konsistenz. Die Reese’s-Pieces-Linsen sind am süßesten, recht cremig und dank der knusprigen Ummantelung ebenfalls fester als die selbstgemachten Chips. Gespannt war ich nun vor allem auf die Backeigenschaften.

Das Ergebnis:

Schoko-Erdnussbutter-Cookies

Die Eindrücke, die ich vor dem Backen gewonnen hatte, haben sich im Wesentlichen nach dem Backen bestätigt: Die gekauften Peanut Butter Chips sind kaum geschmolzen und sorgen in den Cookies für eine leckere Erdnuss-Note. Die selbstgemachten Peanut Butter Chips sind sehr stark geschmolzen, was im fertigen Cookie für eine andere, cremigere Konsistenz sorgt (welche Konsistenz Du bevorzugst, ist an dieser Stelle wohl Geschmackssache). Der Honig schmeckt sehr stark heraus, weswegen ich beim nächsten Mal definitiv weniger davon verwenden würde. Nichtsdestotrotz kommt der Erdnussgeschmack sehr gut zur Geltung und ich würde sogar sagen, er ist noch etwas intensiver als bei den Fertig-Chips. Die Reese’s Pieces sind zu meiner Überraschung nicht geschmolzen, sondern weitgehend ganz geblieben. Die Konsistenz der Cookies ist also ähnlich wie bei der Version  mit den gekauften Peanut Butter Chips, aber geschmacklich sind sie um einiges süßer und durch die cremige Füllung der Reese’s Pieces auch cremiger. Auf dem Foto oben siehst Du die Cookies in der gleichen Reihenfolge wie vorher die „rohen“ Zutaten: links unten mit den selbstgemachten Chips, rechts unten die Fertig-Version und oben die Cookies mit Reese’s-Pieces-Füllung.

Das Fazit

Geschmeckt haben alle drei Cookie-Varianten. Es ist allerdings vom Rezept abhängig, ob Du die gekauften Peanut Butter Chips ersetzen kannst oder nicht. Bei den Cookies ist es reine Geschmackssache, ob Du sie lieber etwas süßer hast (z.B. mit Reese’s Pieces) oder etwas cremiger (mit den selbstgemachten Peanut Butter Chips). Bei einigen Muffin-Rezepten dürften die Konsistenz oder die Süße der Chips ebenfalls weniger ins Gewicht fallen. Wenn Du jedoch einen Kuchen o. Ä. backen möchtest, bei dem Du auf eine mehr oder weniger feste Konsistenz angewiesen bist, solltest Du definitiv nicht auf die selbstgemachten Peanut Butter Chips zurückgreifen. Wenn das Rezept auf keinen Fall zu süß werden sollte, sind die Reese’s Pieces aber auch nicht empfehlenswert, wobei ja noch hinzukommt, dass die Reese’s Pieces bunt sind und somit unter Umständen farblich nicht in das jeweilige Gebäck passen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du also fertige Peanut Butter Chips durch selbstgemachte ersetzen. Wichtig ist allerdings, die selbstgemachten Chips im Tiefkühlfach aufzubewahren, bis Du sie benötigst, da sie bei Zimmertemperatur schnell schmelzen. Außerdem würde ich beim nächsten Mal wie gesagt wesentlich weniger Honig für die selbstgemachten Peanut Butter Chips verwenden, da sie sonst zu süß werden. Das mag aber evtl. auch davon abhängen, welchen Honig Du verwendest. Wenn Du das alles auch mal ausprobieren möchtest oder ein anderes Rezept mit Peanut Butter Chips nachbacken willst, findest Du unten die Rezepte für die selbstgemachten Peanut Butter Chips (mit bereits reduziertem Honiganteil) und auch das für das für die Cookies. Viel Spaß, viel Erfolg und guten Appetit!

Rezept für Peanut Butter Chips

Ergibt ca. 180 Gramm:

  • 120 g Erdnussmus (ohne Zucker)
  • 40 g Honig
  • ⅛ TL Salz
  • 2 TL Vanille-Extrakt
  • 2 EL Butter
  1. Honig, Butter, Vanille-Extrakt und Salz in einem Topf schmelzen und ca. 10 Minuten köcheln lassen.
  2. Erdnussmus einrühren, bis eine homogene Masse entsteht.
  3. Erdnussmasse in eine gefettete oder beschichtete Auflaufform füllen und für mindestens 2 Stunden tiefkühlen.
  4. Masse aus der Form lösen und in Stücke schneiden. Tiefgekühlt aufbewahren oder sofort verwenden.

Rezept für Schoko-Erdnussbutter-Cookies

Ergibt ca. 20 Cookies:

  • 100 g Mehl
  • ¼ TL Natron
  • ⅛ TL Salz
  • 100 g Butter
  • 65 g Kakaopulver
  • 135 g Zucker
  • 65 g brauner Zucker
  • 100 g Joghurt
  • 1 TL Vanille-Extrakt
  • 240 g Peanut Butter Chips oder Reese’s Pieces
  1. Backofen auf 180 °C Ober-Unterhitze vorheizen, zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  2. Mehl mit Natron und Salz mischen. Butter schmelzen und in eine Rührschüssel geben. Mit Kakaopulver und den beiden Zuckersorten verrühren, bis eine krümelige Masse entsteht. Joghurt und Vanille-Extrakt zugeben und gut unterrühren. Mehlmischung nach und nach hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verrühren.
  3. Zum Schluss die Peanut Butter Chips einrühren und auf jedes Backblech 5 ca. esslöffelgroße Portionen des Teiges geben. Nacheinander auf mittlerer Schiene 10 Minuten backen. Backblech rausholen und die Cookies gute 5 Minuten auf dem Blech abkühlen lassen (in der Zeit kann dann das andere Blech in den Ofen). Dann auf Kuchengittern komplett auskühlen. So oft wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.
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