Die Kartoffel als Star bei der großen Kartoffelshow (mit 7 Tipps zum Essen-Retten)

Herzkartoffeln

Ein Fest zu ehren einer Beilage: Die Kartoffel war der Star der großen Kartoffelshow am 15. März im Kölner Bürgerhaus Stollwerck. Slow Food Youth, Kultur.Konzepte.Kulinarik und der Sounds For Nature Foundation e.V. hatten zu dem Fest eingeladen, das ganz im Zeichen der Knolle stand, dabei aber auch einen ernsten Hintergrund hatte. Wusstest Du zum Beispiel, dass jeder Mensch in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 82 kg Lebensmittel wegwirft? Oder dass 50 Prozent aller Lebensmittel auf dem Weg vom Feld bis zu Deinem Teller im Müll landen? Diese – wie ich finde erschreckenden –  Zahlen präsentierte Katrin Schwermer-Funke von Kultur.Konzepte.Kulinarik in ihrem kurzen Vortrag „Krumme Dinger“, mit dem sie die Kartoffelshow eröffnete.

Gemeinsam schälen, schnibbeln, essen

Helfer und Besucher

Um zu zeigen, dass man auch Lebensmittel durchaus noch essen kann, die anders aussehen als der Rest oder die schon ein paar Tage alt sind, hatten Bauernhöfe und Händler aus der Region rund 200-300 kg „unverkäufliche“ Kartoffeln, aber auch andere Gemüsesorten, Obst und Brot vom Vortag gespendet. Alle die Lust hatten, konnten bei der großen Kartoffelshow schälen und schnibbeln helfen. Fleißige freiwillige Köche verarbeiteten anschließend die Zutaten weiter zu Suppe, Bratkartoffeln oder Reibekuchen, um nur die „Hauptgerichte“ zu nennen.

Zubereitung der Suppe

Bratkartoffel-Ausgabe

Reibekuchen-Ausgabe

Reibekuchen mit Apfelchutney

Ein Herz für (Herz-)Kartoffeln

Wer keine Lust auf Schnibbeln oder Schälen hatte, konnte auch einfach essen, ein Foto mit Herzkartoffel machen oder sich im Kartoffeldruck ausprobieren. Letzterer hat das Kind in mir geweckt und so habe ich das erste Mal seit der Grundschule wieder mit Kartoffeln gedruckt, genauer gesagt: Mit Herzkartoffel und Rote-Beete-Wasser.

Kartoffeldruck

Darüber hinaus gab es noch zahlreiche Infoposter, die sowohl über Kartoffeln als auch über Lebensmittelverschwendung aufklärten und natürlich die Möglichkeit, sich unterschiedliche Kartoffelsorten „live“ anzusehen. Schließlich gibt es ja doch einige Unterscheidungen mehr als nur „festkochend“, „vorwiegend festkochend“ und „mehligkochend“.

Infoposter

Kartoffelsorten

Begleitet wurde die Kartoffelshow von unterschiedlichen Vorträgen und Musik. Mein persönliches Highlight war dabei der Vortrag von Valentin Thurn. Vielleicht hast Du auch den Film „Taste the Waste“ gesehen? Wenn nicht: Schau ihn Dir unbedingt mal an, er ist wirklich spannend! Darin geht es um die vielen Lebensmittel, die täglich weggeworfen werden, weil sie nicht schön genug aussehen oder „zu alt“ sind (wie eben z. B. Brot vom Vortrag). Produziert hat ihn Valentin Thurn, dessen neuer Film im April anläuft und der die große Kartoffelshow ebenfalls mit einem Vortrag unterstützte.

Valentin Thurn

7 Tipps, um weniger Essen wegzuwerfen

Ich fand die große Kartoffelshow sehr gelungen und hatte trotz des ernsten Hintergrundes Spaß dort. Nach allem, was ich so gesehen habe, war ich damit nicht die Einzige, also hoffe ich, dass das nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war − ich werde Dich auf dem Laufenden halten. Zum Schluss habe ich noch 7 Tipps, was Du tun kannst, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen:

  1. Kaufe auch krummes Gemüse. Sonst denken die Händler, es ließe sich nicht verkaufen und werfen es am Ende weg. Außerdem sieht es lustig aus und lässt sich evtl. zu schöner essbarer Deko verarbeiten.
  2. Lagere die Lebensmittel richtig, damit sie sich möglichst lange halten.
  3. Wirf Reste nicht einfach weg, sondern lass dir zum Beispiel Reste im Restaurant einpacken, kaufe Brot vom Vortrag oder mach beim Foodsharing mit (dazu demnächst mehr).
  4. Denk Dir leckere Rezepte für die Resteküche aus.
  5. Auch „wild wachsende“ Lebensmittel sind Nahrung. Auf mundraub.org findest Du eine Karte, wo in deiner Nähe Lebenmittel wachsen, die Du selbst „ernten“ kannst.
  6. Frag doch mal Deine Großeltern, wie sie Lebensmittel haltbar gemacht haben. Deine Oma kann Dir sicher Tipps zum Einkochen oder Einlegen geben.
  7.  Wenn Du Fleisch essen möchtest, warum nicht alle Teile des Tieres verwenden? Es muss ja nicht immer Steak oder Filet sein − Lammhaxen zum Beispiel schmecken auch super.

Vielen Dank an Katrin Schwermer-Funke für die Anregungen. Und vielen Dank an Dich, dass Du bis hierher gelesen hast. Was denkst Du denn über die große Kartoffelshow? Findest Du so etwas sinnvoll oder hast Du den Eindruck, dass gar nicht so viele Lebensmittel weggeworfen werden? Hast Du vielleicht noch mehr Tipps, wie man „Essen retten“ kann?
gespendetes Gemüse

PrintFriendlyPinterestFacebookWhatsAppTwitterEmail

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>