Das kannst Du auch: Basilikum selbst ziehen

Selbstgezogenes Basilikum

Basilikum zählt zu den Kräutern, die ich besonders gerne mag und deren Verbrauch an Kräutertöpfchen aus dem Supermarkt bei uns jedes Jahr so hoch ist, dass ich dachte, die Investition in einen Blumenkasten, Blumenerde, Dünger und Samen würde sich auf jeden Fall lohnen – und ich sollte Recht behalten. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Blumenkasten bepflanzt, denn normalerweise stehe ich mit der Blumenpflege ehr auf Kriegsfuß. Ich dachte mir aber, mit Lebensmitteln kann ich ja eigentlich ganz gut umgehen, also müsste ich es auch hinbekommen, Basilikum selbst zu ziehen. Da ich nun aber überhaupt keine Ahnung vom Kräuter-Anbau hatte, habe ich mich erstmal umfassend bei Google schlau gemacht und aus den ganzen Informationen folgende Tipps zusammengetragen, mit denen auch Du ganz einfach Basilikum ziehen und gedeihen lassen kannst.

Die Vorbereitung

Falls Du − so wie ich − über keinen Garten verfügst, benötigst Du folgende Dinge, um mit deiner Basilikumaufzucht zu beginnen:

  • Basilikumsamen
  • Einen Blumenkasten (die Größe hängt davon ab, wie viel Du pflanzen möchtest)
  • Blumenerde
  • Trockendünger (damit das Basilikum gerade am Anfang auch genug Nährstoffe bekommt)
  • Flüssigdünger
  • Eine Sprühflasche
  • Eine Gießkanne

Wenn Du alles hast, suchst Du Dir für deinen Blumenkasten am besten einen sonnigen, aber einigermaßen windgeschützten Platz im Freien und dann kann es losgehen.

Basilikum pflanzen

Basilikum braucht Wärme, daher solltest Du mit der Aussaat erst beginnen, wenn die Temperaturen tagsüber konstant bei ca. 16-18 °C oder höher liegen. Wenn diese Werte erreicht sind, kannst du das Basilikum sähen: Dafür füllst Du den Blumenkasten mit Blumenerde und Trockendünger. Das Mischverhältnis ist von der Menge Blumenerde abhängig und steht auf der Packung des Trockendüngers. Dann gießst Du die Blumenerde einmal richtig, so dass sie komplett nass ist − je nach Größe des Blumenkastens benötigst Du dafür einige Liter Wasser. Als nächstes kommen die Samen: Da Basilikum ein Lichtkeimer ist, darfst Du die Körner auf keinen Fall in die Erde einpflanzen. es reicht aus, wenn Du sie einfach oben auf der Blumenerde verteilst. Zu guter Letzt nimmst Du die Sprühflasche, füllst sie mit Wasser und sprühst die Samen gründlich damit ein (wenn sie dann das nächste Mal Sonne bekommen, werden sie blau). Der erste Schritt ist nun getan. Ab jetzt sprühst Du die Samen immer morgens uns abends ein. Falls es schon sehr warm ist und die Samen tagsüber viel Sonne bekommen, ist es evtl. günstiger, sie nur abends einzusprühen. Wenn Du sie morgens mit Wasser besprühst, kann es sonst sein, dass die Sonne das Wasser zu stark erhitzt und die Samen verbrennen.

Wenn die Keime da sind

Nach ca. 14 Tagen beginnt das Basilikum zu keimen. Wenn es soweit ist, solltest Du nicht mehr sprühen (weil sich aus o. g. Gründen kein Wasser auf die zarten Blättchen legen sollte), sondern wechselst am besten zu Wasser mit Flüssigdünger (auch hier stehst das Mischverhältnis auf der Packung). Am Anfang solltest Du noch vorsichtig sein, damit die Samen, die noch nicht gekeimt haben, nicht durch den Wasserschwall aus der Gießkanne doch unter die Erde gepült werden, denn dann bekommen sie ja kein Licht mehr ab. Das ist aber auch nur für zwei oder drei Tage ein Problem, denn wenn die Samen einmal anfangen zu keimen, gehen sie alle zügig hintereinander auf. Wie häufig Du gießen solltest, hängt davon ab, wie warm es schon ist. Sicher ist: Basilikum braucht viel Wasser, also gieße ich normalerweise alle zwei Tage, bei starker Hitze täglich und wenn es regnet natürlich entsprechend weniger. Spätestens, wenn die Erde oben trocken ist, solltest Du aber auf jeden Fall gießen. Anfangs habe ich jedes Mal Flüssigdünger ins Wasser gegeben. Als ich den Eindruck hatte, dass das Basilikum „von alleine“ wächst, habe ich nur noch Wasser verwendet. Jetzt nehme ich manchmal noch Flüssigdünger dazu, wenn ich das Gefühl habe, das Basilikum wächst nicht mehr so gut, wie vorher. Auf diese Weise hat das bei mir ganz gut funktioniert.

Basilikum beschneiden

Damit das Basilikum immer weiter wächst, schön buschig wird und immer neue Triebe bildet, musst Du es immer wieder beschneiden. Am Anfang hast Du ja kleine Pflänzchen mit genau zwei Blättern, aber nach kurzer Zeit (ca. 1-2 Wochen) wachsen die einzelnen Pflanzen in die Höhe und es bilden sich die ersten Basilikumblätter heraus. Das sieht dann so aus, dass Du „ein Blatt links und ein Blatt rechts” hast, in der Mitte den Stiel und direkt am Stiel vier winzig kleine neue Blättchen. Die wachsen direkt über der Stelle, an der die ersten großen Blätter auf den mittleren Stiel treffen, allerdings im 90°-Winkel zu den großen Blättern. Die großen Blätter „zeigen” ja nach links und rechts, die neuen, winzigen Blättchen zeigen dann quasi „nach vorne und hinten”. Wenn Du nun den Stiel kurz über diesen winzigen Blättchen abschneidest, sorgt das dafür, dass aus den Winz-Blättchen neue große Blätter werden, aus deren Mitte dann jeweils wieder ein neuer Stiel wächst, der wieder zwei Blätter ausbildet, über deren Ansatz wieder zwei neue winzige Blättchen entstehen usw. Auf diese Weise sorgst Du für immer neue Triebe und Blätter.

Die Blätter ernten

Die ersten Blätter solltest Du erst ernten, wenn die Pflanze schon mindestens einmal neu ausgetrieben hat. Wie oben beschrieben schneidest Du ja immer kurz über den winzigen neuen Blättchen den Stiel ab. Wichtig ist dann, dass die zwei großen Blätter, die schon da waren, dann dran bleiben, denn wenn Du die abzupfst, nimmst Du dem Basilikum zu viel Kraft und es geht ein. Wenn die neuen Triebe aber wiederum große Blätter gebildet haben, und Du wieder über den winzigen neuen Blättchen schneiden kannst, kannst du auch die großen Blätter von dem vorherigen Trieb abzupfen − nicht von dem Neuen, denn da gilt ja wieder, dass das Basilikum auch Kraft zum Wachsen braucht. Am Anfang ist die Ausbeute so natürlich recht klein, weil Du ja in der ersten Ernte hauptsächlich die ersten beiden großen Blätter von ganz unten am Stiel nehmen kannst. Aber bei mehreren Pflanzen sind das ja auch schon ein paar und spätestens, sobald die Pflanzen alle mehrere Triebe haben, wirst Du dich vor Basilikumblättern nicht mehr retten können − so ging es mir zumindest.

Wie Du auf dem Foto siehst, hat auf diese Weise bei mir alles bestens funktioniert. Ich habe übrigens sowohl die Blumenerde als auch die beiden Düngersorten von Ökohum verwendet, die es bei uns im Biosupermarkt zu kaufen gibt und die Basilikumsamen von Alnatura (gibt es in den gleichnamigen Supermärkten oder bei dm). Basilikum ist einjährig, also musst Du das ganze oben beschriebene Prozedere jedes Jahr wiederholen, aber die Mühe lohnt sich! Ich bin jedenfalls begeistert, dass es gleich beim ersten Versuch so gut funktioniert hat und werde mich im nächsten Jahr an einem zweiten Kraut versuchen.

Jetzt bin ich gespannt auf deine Ergebnisse: Hast Du auch schonmal selbst Kräuter gezogen? Wie hat es bei Dir funktioniert? Hast Du eine Anleitung befolgt oder einfach „drauf los gepflanzt“?

 

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